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Bildungsbericht fordert mehr Kooperation

Kommunales Bildungsmanagement bietet neue Formen der Zusammenarbeit

Der Bericht „Bildung in Deutschland 2018“ fordert stärkere Kooperationsstrukturen im Bildungsbereich, damit Bildungsangebote besser auf die heterogenen Ausgangslagen der Lernenden angepasst werden können. Denn dem positiven Trend steigender Bildungsbeteiligung steht weiterhin der starke Einfluss der sozialen Herkunft auf individuelle Bildungschancen im deutschen Bildungssystem entgegen. Kommunales Bildungsmanagement bietet Möglichkeiten, um vor Ort auf mehr Chancengerechtigkeit hinzuwirken und die häufig knappen finanziellen Ressourcen von Städten und Landkreisen gezielt einzusetzen.

Menschen in Bildungsfragen bestmöglich zu unterstützen ist dem Bericht zufolge eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe, für die neue Formen der Zusammenarbeit entwickelt werden müssen. Auch vor dem Hintergrund der unterschiedlichen strukturellen Herausforderungen in deutschen Kommunen ist eine  enge Kooperation zwischen verschiedenen Bildungsakteuren und Entscheidungsebenen bereits auf lokaler Ebene unabdingbar. Das Kommunale Bildungsmanagement verfolgt solche regionalen Ansätze.

„Ein Beispiel für gelungene Kooperation ist das Projekt ‚Zentrum für schulische Förderung und Rehabilitation‘ an der Anne-Frank-Schule in Saarlouis“, sagt Hanno Weigel, stellvertretender Leiter der Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement RLP-SL.  Das Angebot der Förderschule richtet sich an Kinder und Jugendliche, die aufgrund komplexer Probleme in keine Schule integriert werden können.  Die Projektidee geht auf eine Initiative des schulpsychologischen Dienstes bei einem Workshop mit der Transferagentur in Saarlouis zurück. Die Umsetzung wurde durch das Bildungsmanagement in Saarlouis koordiniert. Erst die enge Zusammenarbeit von Schule, Gesundheitshilfe und Jugendhilfe hat die Realisierung ermöglicht.

„Das Beispiel zeigt wie wichtig die Kooperation unterschiedlicher Institutionen, Ämter und den verantwortlichen Fachkräften ist, gerade wenn es darum geht, Jugendlichen in schwierigen Situationen eine schulische Perspektive zu geben“, betont Weigel. So können junge Menschen mit individuellen Förderangeboten in ihren spezifischen Problemlagen unterstützt werden. „Der Bildungsbericht macht deutlich, dass sich solche gezielte Anstrengungen lohnen, natürlich für einzelne Jugendliche, aber auch für die Gesellschaft insgesamt“, sagt Weigel weiter. So hebt der aktuelle Bericht die Erträge von Bildung hervor, wonach sich ein zunehmender Bildungsstand positiv auf das Gesundheitsbewusstsein und die politische und gesellschaftliche Teilhabe der Menschen auswirkt.

Dr. Katja Wolf, Leiterin der Transferagentur, ermuntert Kommunen daher Bildung bewusst mitzugestalten: „Bildung ist mehr als Schule. Die Kooperation zwischen verschiedenen Bildungsakteuren und Zuständigkeitsbereichen erfordert eine feste Struktur, damit langfristig eine zielgerichtete Zusammenarbeit möglich ist.“

Weitere Informationen

Kurzfassung zum Bildungsbericht

Interview mit Prof. Dr. Kai Maaz, Sprecher der Autorengruppe Bildungsberichterstattung