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Bildungsbüro soll lebenslanges Lernen im Kreis Trier-Saarburg stärken

Der Landkreis Trier-Saarburg richtet ein kommunales Bildungsbüro ein, das die Rahmenbedingungen für erfolgreiche Bildungsbiographien in der Region verbessern soll. Hierzu hat die Kreisverwaltung erfolgreich eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds eingeworben. Die Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement Rheinland-Pfalz – Saarland unterstützt die Kreisverwaltung dabei, ein sogenanntes datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement aufzubauen. Die Ziele der Zusammenarbeit haben Landrat Günther Schartz und Hanno Weigel, stellvertretender Leiter der Transferagentur, nun in einer Vereinbarung festgelegt.

Hanno Weigel, stellvertretender Leiter der Transferagentur und Landrat Günther Schartz bei der Unterzeichnung der Zielvereinbarung. Weitere Personen auf dem Foto: Kommunalberaterin Greta Wieskotten (vorne links), Geschäftsbereichsleiter Rolf Rauland, Kommunalberaterin Charlotte Winkler, Abteilungsleiter Norbert Etringer und Büroleiter Christoph Fuchs (hintere Reihe v.l.n.r). Bild: Pressestelle Landkreis Trier-Saarburg.

Die Aufgabe des Bildungsbüros wird es sein, Bildungsangebote besser zu vernetzen. Damit soll erreicht werden, dass die Schlüsselakteure der Verwaltung mit Schulen, Kitas, Kammern, Bildungsträgern und vielen anderen Partnern noch intensiver kooperieren und gemeinsame Initiativen weiterentwickeln. „Hier gibt es die Chance für eine vielfältige Zusammenarbeit der Einrichtungen und Akteure im Bildungsbereich. Dadurch können die zahlreichen Angebote noch besser dargestellt und auf die Bedürfnisse angepasst werden, so dass auch die individuelle Förderung intensiviert werden kann. Dies auch vor dem Hintergrund, dass Bildung und Lernen heute lebenslange Prozesse sind“, sagte Landrat Günther Schartz. Gerade in der grenzüberschreitenden Großregion gebe es eine sehr große Vielfalt an Bildungsangeboten, die Wege ebnen würden für den beruflichen Einstieg und das spätere Weiterkommen, so Schartz. Auch weil Bildung längst generationsübergreifend relevant sei, könne das kommunale Bildungsbüro dazu beitragen, die große Angebotsvielfalt weiter zu strukturieren und so zum Beispiel auch Bildungsübergänge noch mehr zu optimieren.

Ein kommunales Bildungsmonitoring wird künftig einen Überblick über die kommunale Bildungslandschaft geben und auch fundierte Daten als Grundlage für bildungspolitische Entscheidungen in den Gremien des Landkreises liefern. Mit Hilfe einer im Auftrag des BMBF entwickelten Software für Datenmanagement und Bildungsmonitoring sollen Daten gesammelt und für die weitere Verwendung analysiert und aufbereitet werden. „In einer Kommunalverwaltung gibt es einen großen Fundus an Daten, die für die Bildungssteuerung relevant sind und ämterübergreifend verfügbar gemacht werden müssen“, macht Hanno Weigel klar, der den Aufbau eines Bildungsmonitorings in verschiedenen Kommunen begleitet hat. „Durch die Verknüpfung von Statistiken aus dem Schulamt mit Sozialdaten lassen sich beispielsweise Hinweise bekommen, wo und wie die Kreisverwaltung gemeinsam mit Kooperationspartnern konkrete Maßnahmen ergreifen kann“, so Weigel weiter.

Die Initiative, ein kommunales Bildungsbüro einzurichten, wurde bereits von der Arbeitsgruppe „Bildung“ im Rahmen der Entwicklung einer Regionalstrategie „Daseinsvorsorge für den Landkreis Trier-Saarburg“ (MORO) aufgenommen und seither konsequent weiterentwickelt. Die Arbeitsgruppe – zusammengesetzt aus Vertretern der Politik, der Verwaltung, Wirtschaft, Kultur, Sozial- und Jugendarbeit, Schule und Bildung, Studium und Lehre – hat sich auf eine strategische, leitbildhafte Zielsetzung unter dem Titel „Lebenslanges Lernen im Bildungsraum Landkreis Trier-Saarburg“ verständigt. Danach sollen im Kreis die Rahmenbedingungen dafür vorgehalten werden, dass jeder in die Lage versetzt wird, seine eigene Bildungsbiografie bestmöglich individuell ausgerichtet schreiben zu können. Dafür muss unter anderem ein qualifiziertes, hochwertiges und ausdifferenziertes Bildungsangebot in erreichbarer Nähe vorhanden sein. In den vergangenen Jahren haben hier umfassende Entwicklungen stattgefunden, was zum Beispiel ein Blick auf die vielfältige Schullandschaft im Kreis zeigt. Das Bildungsbüro, das nun installiert wird, soll dazu beitragen, weitere Pflöcke einzuschlagen, um die Strukturen und Angebote im Bildungsbereich weiter auszudifferenzieren und passgenau auszuweiten – im Sinne aller Generationen und Bedarfe. 

Die Transferagentur, die den Landkreis auch bereits bei der Bildungskoordination für Neuzugewanderte unterstützt hat, baut die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung daher nun aus. Neben Begleitung bei der Strategie- und Projektentwicklung macht die Transferagentur auch kostenfreie Fortbildungsangebote, mit denen das Bildungsbüro in seiner Arbeit unterstützt wird. Aber auch die Vernetzung kommunaler Bildungsbüros im gesamten Bundesland ist eine Aufgabe der Transferagentur. So können Mitarbeitende in Bildungsmanagement und Monitoring Erfahrungen austauschen und von Projekten anderer lernen.