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Gemeinsam für gelingende Bildungsbiographien

Der Landkreis Merzig-Wadern hat seine Zielvereinbarung mit der Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement Rheinland-Pfalz-Saarland verlängert und kann dadurch auch künftig die kostenfreie Unterstützung der Transferagentur in Anspruch nehmen. Begleitet durch die Transferagentur arbeitet der Kreis seit drei Jahren am Aufbau und der Gestaltung der Bildungsregion Merzig-Wadern. Ziel dieser Initiative ist es, die Zusammenarbeit der Bildungsakteure vor Ort im Sinne eines datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements zu stärken und somit die Grundlagen für gelingende Bildungsbiographien der Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und Dr. Katja Wolf, Leiterin der Transferagentur unterzeichneten die erneuerte Zielvereinbarung.

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und Dr. Katja Wolf, Leiterin der Transferagentur RLP-SL (v.l.n.r.) bei der Unterzeichung der Zielvereinbarung. (Bild: Landkreis Merzig-Wadern)

Die Aufgabe der drei Projektsäulen Bildungsmanagement, Bildungsmonitoring und Bildungskoordination für Neuzugewanderte ist es, die Angebote der Bildungsakteure vor Ort besser aufeinander abzustimmen und zu koordinieren. Der Fokus der Arbeit liegt aktuell auf der Berufs- und Studienorientierung, dem Übergang von der Schule in den Beruf und der pädagogischen Aufwertung der Ganztagsbetreuung in den Grundschulen. „Unsere Bemühungen für einen gelingenden Einstieg ins Berufsleben und der bedarfsgerechte Ausbau von Betreuungsstrukturen in Kita und Schule sind wesentliche Bausteine, um jungen Menschen und deren Familien eine gute und zukunftsfähige Lebensperspektive in unserem Landkreis zu bieten“, beschreibt Landrätin Schlegel-Friedrich die Motivation des Landkreises im Projekt „Bildungsregion Merzig-Wadern“.

Aus einem Workshop mit der Transferagentur ist zum Beispiel das Pilotprojekt „Fit für die Regelstruktur“ entstanden. Mit dem von der Stabsstelle Regionale Daseinsvorsorge koordinierten Projekt will der Landkreis Schülerinnen und Schülern mit multiplen Problemlagen Unterstützung im Schulalltag einer Regelschule bieten, um zu vermeiden, dass mehr Kinder in den Bezug von Hilfen zur Erziehung kommen. Sozialpädagogische Fachkräfte arbeiten dabei im freiwilligen Ganztag intensiv mit den Kindern zusammen. Das Pilotprojekt soll nun im Rahmen des Bildungsmonitorings evaluiert werden.

Kernaufgabe des Bildungsmonitorings ist es, Bildungsdaten zusammenzutragen und zu analysieren. Daten des Statistischen Landesamtes werden mit denen verschiedener Ämter der Kreisverwaltung zusammengeführt, wodurch zum Beispiel Sozialprofile für Schulen erstellt werden können. Die Datenlage zum Bildungswesen im Landkreis kann dadurch deutlich verbessert werden.

Ein weiteres Leitprojekt ist die nachhaltige Etablierung eines Kommunalen Übergangsmanagements in allen Gemeinschaftsschulen im Landkreis. Sozialpädagogische Fachkräfte arbeiten hier Hand in Hand mit Schoolworkern und der Berufsberatung der Agentur für Arbeit, um bei den Schülerinnen und Schülern die bestmögliche Basis für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben zu legen. „In Zeiten knapper Kassen habe ich mich sehr über die Entscheidung des Kreistages gefreut, ein erfolgreiches Modellprojekt zu einem Regelangebot in den Schulen weiterzuentwickeln. Das ist nicht selbstverständlich“, unterstreicht die Landrätin.

Durch die erneuerte Zielvereinbarung kann der Landkreis auch weiterhin auf die fachliche Beratung und die Prozessunterstützung der Transferagentur zurückgreifen. Dabei ist der Landkreis nicht nur Empfänger von Unterstützungsleistungen, wie Leiterin Dr. Katja Wolf betont: „Der Landkreis Merzig-Wadern hat vor allem im Bereich der Berufs- und Studienorientierung schon viel erreicht. Dabei denke ich insbesondere auch an das SchülerZukunftsZentrum InnoZ. Ganz im Sinne der Grundidee unserer Transferinitiative möchten wir solche guten Beispiele überregional bekannt machen, damit Kommunen von den Erfahrungen anderer lernen können und das Rad nicht immer neu erfinden müssen.“

Für die kommenden Jahre hat sich der Landkreis eine ganze Reihe von Zielen gesetzt. Nach einer Evaluation sollen Projekte wie das Kommunale Übergangsmanagement und „Fit für die Regelstruktur“ weiterentwickelt werden. Auch die Datenlage zu bildungspolitischen Fragestellungen soll weiter verbessert werden. Neue Projekte sollen unter anderem im Bereich der MINT-Bildung angegangen werden. Anregungen für diesen Bereich will sich der Kreis bei der kommenden Bildungskonferenz holen, die unter dem Thema Digitalisierung von Bildung und Arbeitswelt steht