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Jahrestagung Kommunales Bildungsmanagement 2019 – Bildungslandschaft 4.0

Am 3.-4. Juni 2019 kamen im Congressforum Frankenthal über 130 Akteure aus dem Bildungsbereich zusammen, um sich über die Auswirkungen des digitalen Wandels auf kommunale Bildungslandschaften auszutauschen. Die von der Transferagentur Rheinland-Pfalz – Saarland in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz organisierte Veranstaltung thematisierte aktuelle Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Kommunen mit Hilfe eines datenbasierten Bildungsmanagements eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Digitalisierung im Bildungsbereich einnehmen können.

Eröffunung der Jahrestagung 2019. Foto: Gerhard Kopatz

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit der Leiterin der Transferagentur Dr. Katja Wolf. Im Eröffnungsgespräch betonte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig die Bedeutung eines partnerschaftlichen Miteinanders, damit digitale Bildung gelingt: „Ich bin davon überzeugt, dass die Digitalisierung mehr Chancen als Risiken bietet, aber über beides müssen wir sprechen. Es kommt darauf an, die digitale Wirklichkeit heute und morgen zu gestalten. Dabei hat die Bildungsarbeit auf allen Ebenen eine hervorgehobene Bedeutung. Von der Kita über die Grundschulen bis in Ausbildung und Beruf ist digitale Bildung deshalb eine Schwerschnittaufgabe rheinland-pfälzischer Bildungspolitik. Wir wollen junge Menschen bestmöglich auf das Leben und Arbeiten in einer zunehmend digitalisierten Welt vorbereiten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir alle an einem Strang ziehen: Das Land, die kommunalen Verantwortlichen, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher und nicht zuletzt die Eltern. Klar ist auch, dass digitale Bildung nach der Schule nicht aufhören darf. Die Hochschulen, Ausbildungsbetriebe, berufliche Fort- und Weiterbildung – all das greift ineinander, um gleichberechtigte Teilhabe in einer digitalisierten Welt zu ermöglichen. In Rheinland-Pfalz sind wir hierbei auf einem sehr guten Weg, der vom Miteinander geprägt ist.“

Dr. Katja Wolf, Leiterin der Transferagentur, verwies auf die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Landes- und Kommunalebene: „Den Kommunen kommt die schwierige und anspruchsvolle Aufgabe zu, Ihre Bildungseinrichtungen entlang der Bildungskette von der frühkindlichen Bildung bis zur Seniorenbildung auf die digitale Transferformation auszurichten. Diese Herausforderung müssen Länder und Kommunen gemeinsam bewältigen.“

Professor Dr. Christian Stöcker von der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg machte in seiner Keynote noch einmal deutlich, warum Bildungsinstitutionen grundlegendes Wissen zur Funktionsweise von Algorithmen und Codes und zum Umgang mit Software vermitteln sollten. Als Beispiel nannte er die Informationssuche im Internet: „Eine sachliche und neutrale Information im Internet ist nur schwer möglich, da Suchmaschinen und soziale Medien Informationen auf der Grundlage von Klicks, Likes und Watchtime bewerten“, so Stöcker.  Was viel gesehen werde, sei aber nicht zwangsläufig korrekt oder relevant. „Jugendliche müssen unbedingt lernen, die digitale Öffentlichkeit zu verstehen, um Gefahren für die Demokratie abzuwenden“, so Stöcker weiter.

Keynote von Prof. Dr. Christian Stöcker. Foto: Gerhard Kopatz.

Was ein kommunales Bildungsmanagement leisten kann, um die notwendigen digitalen Kompetenzen zu vermitteln, erläuterte Prof Dr. Rudolf Kammerl von der Friedrich-Alexander Universität Erlangen Nürnberg. „Kommunales Bildungsmanagement kann Entwicklung und Umsetzung von kommunalen Maßnahmen wie beispielsweise Medienentwicklungsplänen koordinieren und als Treiber Impulse setzen“, so Kammerl. Dabei komme es darauf an, Handlungskonzepte und Maßnahmen der kommunalen Einrichtungen so aufeinander abzustimmen, dass entlang der Bildungskette altersgerechte Bildungsangebote bereitstünden.

In verschiedenen Gesprächsrunden, Fachforen und auf einem Marktplatz erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Arbeit erfolgreicher Projekte und die Umsetzungsstrategien einzelner Kommunen. Darüber hinaus informierten die Bildungsministerien aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland über die geplanten Förderrichtlinien für den DigitalPakt Schule. Die Teilnehmenden waren sich darin einig, dass die digitalen Herausforderungen vor Ort angegangen werden müssen und nur gemeinsam bewältigt werden können.